Das Tool "WLANINFO" (Download) zeigt eine Auflistung der verfügbaren 802.11-Funknetzwerke
mit detaillierten technischen Angaben sowie die genauen Daten der aktuellen
Funkverbindung. Als Ergänzung zu dem in Windows XP enthaltenen Wireless
Zero Configuration Tool ("Konfigurationsfreie drahtlose Verbindung") erlaubt es
u. a. exakte Feldstärkemessungen in dBm.
WLANINFO verwendet die in Windows XP enthaltenen 802.11-Schnittstellen und benötigt deshalb keine herstellerspezifischen Treiber. Das Tool kann ohne Installation durch Aufruf von WLANINFO.EXE direkt gestartet werden und funktioniert auch mit nicht administrativen Rechten.

Combobox "Device": Auswahl des Funknetzadapters
Combobox "ccode": Anzeige und Umstellung des
Ländercodes, wird nur bei Adaptern mit Atheros-Chip angezeigt.
Die meisten Atheros-Treiber, auch der im Beispiel verwendete WHQL-Treiber
für NetGear WG111T verwenden standardmäßig die US-Ländereinstellung, dabei
kann der in Europa zusätzlich verfügbare Kanal 13 im 2.4 GHz Band nicht
genutzt werden. Durch Umstellung auf "DE" (möglich ist auch "GB") wird Kanal
13 verwendbar. Leider ist die Ländercode-Einstellung treiberabhängig, für
andere Adapter können Sie diese Einstellung in der Regel im Gerätemanager
vornehmen.
Zur Änderung des Ländercodes sind administrative Rechte erforderlich - der
Treiber wird bei Änderung neu gestartet.
Checkbox "Scan"
Aktiviert bzw. deaktiviert die periodische Suche nach 802.11 Funknetzen. Das
Scan-Intervall kann über den Scrollbar ("slow" ... "fast") im Bereich
zwischen 6 und 1 s festgelegt werden. Nach Start des Programms ist der Scan
mit Intervall 6s aktiv.
Achtung: Nicht alle Funknetzadapter-Treiber beherrschen einen "Fast"-Scan
mit 1s Intervall ohne Rückwirkungen: Im Problemfalls funktioniert das
Roaming (Wechsel zwischen Funknetz-Zellen) sowie dieselbe, in Windows XP
enthaltene Scanfunktion ("Netzwerkliste aktualisieren) nicht mehr. Positiv
getestet wurden Adapter mit Intel 2200/2915 Chip und Broadcom-Chip, mit
Einschränkungen auch Atheros-basierte Adapter.
Das Default-Scan Intervall von 6s entspricht den nach den
Windows-Treiberspezifikationen empfohlene kürzestmögliche Intervall.
Scrollbar "Scanintervall": Legt das Scan-Intervall im Bereich zwischen 6s ("slow") und 1s ("fast") fest, Siehe auch Checkbox "Scan".
Listview "Funknetze"
Spalte "PR" (Privacy): Authentifizierungs- (Open, 802.1X, PSK) und Verschlüsselungmethoden (WEP, AES, TKIP), die der aufgelistete Access-Point anbietet. 802.1X, PSK (Preshared Key), AES sowie TKIP sind im WPA bzw. WPA2 (802.11i)-Standard definiert. Die beste Sicherheit bietet derzeit WPA2 mit der Verschlüsselungsmethode AES.
Spalte "SSID" (Service Set IDentifier): Netzwerkname, wird von den meisten Access-Points "ausgestrahlt " (Broadcast), kann aber auch als "unsichtbar" konfiguriert sein.
Spalte "RSSI" (Received Signal Strength Indication): Empfangsfeldstärke in dBm. Obwohl nach den Windows Treiberspezifikationen dieser Wert als "Absolutwert zu verstehen sein soll, liefern viele Treiber für RSSI einen relativen Wert. Das Minimum liegt bei fast allen Treibern bei -100dBm (korrekter Absolutwert), wohingegen das Maximum typisch bei -30 (korrekter Absolutwert), -40, -50 oder -60dBm liegt. Leider definiert das 802.11-NDIS-Treibermodell keinen Skalierungsfaktor, woraus sich der korrekte Absolutwert errechnen ließe. Korrekte (Absolut-)werte liefern u.a. Intel-2200/2915- und Broadcom-Treiber, während die Treiber für fast alle externen Adapter (PcCard, USB) mit anderen Chips "falsche" Maximalwerte liefern. Für eine relative Feldstärkemessung (z.B. zum Aufsuchen eines optimalen Funkstandorts) ist dies jedoch unerheblich.
Spalte "BSSID" (Base Service Set IDentifier): MAC-Adresse des Access-Points bzw. dessen VLANs.
Spalte "AP": Name des Access-Points, nicht bei allen Access-Points verfügbar.
Spalte "CH" (CHannel): Verwendeter Funknetzkanal. Die (zusätzliche) Frequenzangabe in MHz finden Sie im Feld "Ch./Frequ".
Spalte "IM" (Infrastructure Mode): ESS (extended service set, Infrastruktur-Modus, "Drahtloszugriffspunkt", Sender ist ein Access-Point) oder IBSS (independent basic service set, Ad-Hoc-Modus, Sender ist z.B. ein anderer 802.11-Adapter).
Durch Klick auf einen der Spaltenköpfe wird die jeweilige
Spalte sortiert (auf|ab), Default-Sortierung ist absteigend nach Feststärke
(RSSI).
Durch Doppelklick auf einen Listeneintrag werden dessen Daten zusätzlich im
Detail-Frame angezeigt (Anzeige der Feldstärke als Balken), das zugehörige
Listenelement wird dabei in roter Schrift dargestellt. Bei der
standardmäßigen Anzeige der aktuellen Verbindung im Detail-Frame wird diese
in grüner Schrift dargestellt.
Detail-Frame (Active Connection)
Textbox BSSID, CH./Frequ., SSID, RSSI siehe oben.
Textbox Speed: Aktuelle Verbindungsgeschwindigkeit
Textbox IP-Address: Aktuelle IP-Adresse der Verbindung. Nur gültig bei aktiver Verbindung (Active Connection).
Textbox Power: Aktuelle Sendeleistung in mW. Die Angabe wird nicht von allen Treibern unterstützt
Balken RSSI (Feldstärke): Geglättete Anzeige der Feldstärke.
min/av/max: Minimal-, Durchnitts- und Maximalwert der Feldstärke, gemittelt über 5 Minuten.
Symbol Lautsprecher: Aktivierung/Deaktivierung eines zur Feldstärke in der Tonhöhe proportionalen Tonsignals (zur "blinden" Ortung eines "Senders").
Neben der Angabe Active-Connection wird der aktuelle
Authentifizierungstyp und die aktuelle Verschlüsselungsmethode angezeigt.
Diese Angaben sind nur gültig, wenn eine Verbindung hergestellt ist.
Durch Start des Programms mit dem Parameter -debug werden
durch Doppelklick auf ein Listenelement die zugehörigen, über Beacon Frames
ausgestrahlten Information Elements in einem separaten Fenster
dargestellt.
Zur Unterstützung von WPA2 (siehe IEEE 802.11i-2004) unter Windows XP SP2 ist das WPA2 (Wi-Fi Protected Access 2)-/WPS IE (Wireless Provisioning Services Information Element)-Update KB893357 erforderlich.
The Cable Guy - May 2005: Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2) Overview
The Cable Guy - December 2003: Wireless Provisioning Services Overview
Liste WPA2 zertifizierter Produkte
Nicht alle älteren Funknetzadapter unterstützen den WPA bzw. aktuellen
WPA2-Standard. Für viele ältere Adapter - nicht für die bekannten
Orinoco-Adapter - ist eine WPA-Unterstützung durch ein Treiberupdate
möglich, meist jedoch nur mit TKIP-Verschlüsselung (kein AES).
802.11i/WPA2-konforme Access-Points senden das in 802.11i definierte
RSN-Information-Element (IE-Id 0x30), während das ältere (nicht
standardisierte) WPA das Information-Element mit der ID 0xDD zur
Mitteilung des unterstützten Authentifizierungsmethode und der unterstützten
Verschlüsselungstypen benutzt.
Network Devices: Windows Driver Kit, 802.11 Wireless LAN Objects
Platform Builder for Microsoft Windows CE 5.0, Automatic Configuration Reference (unter Beachtung geänderter Strukturen auch für WinXP gültig)
Wolfram Oestreicher, 6.3.2006