Windows 95/98 - Netzwerkressourcen nutzen


Vorwort

Dieses Dokument behandelt nicht die Nutzung von Novell-NetWare Ressourcen (Bindery oder NDS-Modus), hier geht es um die Nutzung von "Server"-Ressourcen unter Windows 95, 98, NT 4.0 und UNIX (über SAMBA) als Server mit Windows 95/98 als Client.

Bei  Novell-NetWare verläuft die Kommunikation Client-Server in der Regel (so auch an der Uni Regensburg) über das IPX-Protokoll und darüber über SAP (Service_Advertising Protocol) und NCP (NetWare-Core-Protokoll). Novell-NetWare ist ein asymmetrisches System (Novell-Server, Windows-Clients). Prinzipiell verbreiten alle aktiven Novell-Server periodisch (z.B. alle 60s) Nachrichten, dass Sie "leben" und fragen genauso periodisch (z.B. alle 5min) alle angeschlossenen aktiven Arbeitsstationen, an denen man am Novell-System angemeldet ist, ob Sie noch "leben". Sämtliche Aktivität wird also von den Servern initiiert. 
In der Netzwerkumgebung unter Windows 95 lassen sich deshalb alle Novell-Ressourcen relativ einfach und vor allem stabil (unsere NetWare-Server werden zentral betreut) aufsuchen.

Anders verläuft die Kommunikation von Windows-Systemen (einschl. UNIX/SAMBA) untereinander: In der Regel wird dafür das TCP/IP-Protokoll benutzt (alternativ wäre IPX oder das veraltete NetBeui möglich, dies wird bei uns aber nicht unterstützt), darüber erfolgt die Kommunikation über SMB (Server Message Block, vgl. NCP bei Novell) und NetBios (nicht zu verwechseln mit NetBeui) über TCP/IP. Windows-Systeme sind - wie UNIX-Systeme - im Gegensatz zu Novell symmetrisch, sie können als Client (Normalfall) und zugleich auch als Server (optionale Nutzung) fungieren. Die Servernutzung von Windows unterschiedlich gut implementiert. Windows95/98 gestatten den Betrieb von "Mini-Servern" in eher spärlicher und in puncto Sicherheit nicht optimaler Art, während Windows NT 4.0 - egal ob Workstation oder Serverversion - wie UNIX eine gute und sichere Serverunterstützung bietet. 
Dezentrale "Mini-Server" unter Windows 95/98/NT auf normalen Arbeitsstationen können in eigener Verantwortung betrieben werden (Richtlinien zur Konfiguration von Windows und zur Nutzung des Datennetzes beachten!), da diese aber nicht zentral betreuet werden, kann das Rechnzentrum natürlich keine Garantie für deren Verfügbarkeit und Funktion übernehmen. Falls eine Kommunikation von Windows-Systemen untereinander (z.B. Zugriff vom PC zuhause auf PC im Büro) gewünscht wird, muss die richtige Systemkonfiguration der betroffenen PCs dezentral, z.B. von Systemadministratoren oder Workgroupmanagern sichergestellt werden. 
Das bei Windows benutzte SMB-Protokoll ist im Netzwerk weit weniger "geschwätzig" als die Novell-Kommunikation, deshalb dauert das Aufsuchen von Windows-Resosurcen im Netzwerk länger als bei Novell und ist wegen der Freiheit des Betriebs lokaler Windows-Systeme in unserer Umgebung   - abhängig von der korrekten Systemkonfiguration - auch nicht immer problemlos möglich. Dieses Dokument soll Ihnen helfen, etwaige Problem selbst zu lösen.

Wie funktioniert das Aufsuchen von Windows-Ressourcen?

Anders als bei Novell-NetWare, wo sich die Server periodisch selbst ankündigen und alle Server eine Liste alle Server führen, gibt es bei Windows-Systemen den Begriff des Browsens und der Browse-Master. Gibt ein Windowss-PC Ressourcen frei (er arbeitet dann als Server), heisst dies noch lange nicht, dass die entsprechende Ressource sofort in der Netzwerkumgeung auf anderen PCs auftaucht. Dazu ist für jede Arbeitspruppe bzw. Domäne (-> Netzwerkkonfiguration von Windows) ein sogenannter Browse-Master erforderlich. Davon gibt es wieder zwei Typen, den Master-Browser und den oder die Backup-Browser. In unserem Netzwerk sind Browsemaster für Arbeitsgruppen nicht statisch eingestellt, sondern werden vollkommen dynamisch bei Bedarf erzeigt. Jeder Windows 95/98-PC, der Ressourcen freigibt (in der Netzwerkkonfiguration ist dazu der Dienst "Datei und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke" erfroderlich - nicht zu verwechseln mit Datei und Druckerfreigabe für Novell-Netzwerke, dieser Dienst darf in unserem Netzwerk NICHT installiert werden!!) sowie alle PCs unter Windows NT 4.0 Workstation/Server und   UNIX-Maschinen mit SAMBA sind potentielle Browsemaster bzw. Backupbrowser. Innerhalb von Abreitgruppen gibt es eine Hierarchie (NT kommt z.B. vor WIn95/98), wer Browsemaster wird, weiterhin hängt es natürlich davon ab, welche PCs überhaupt eingeschaltet sind. Der Masterbrowser kann zugleich Backup-Brwoser sein, falls es nur einen browserfähigen PC in der Arbeitsgruppe gibt. 
Die Liste von PCs einer Arbeitsgruppen in der Netzwerkumgebung wird immer vom Backupbrowser der betreffenden Arbeitsgruppe geliefert. Schaltet man einen PC, der aktiver Browser ist, aus, übernimmt der "nächstbeste" browserfähige PC der Arbeitsgruppe dessen Funktion. Die Synchronisation der Browserlisten dauert relativ lange (15 Minuten), deshalb kommt es mitunter zu Verzögerungen, wenn aktive Browser-PCs häufig aus-/eingeschaltet bzw. herauf- und heruntergefahren werden.
Noch komplizierter sind die Verhältnisse in grossen Netzwerken mit IP-Subnetzen wie in unserer Umgebung. Hier hilft ein zentraler WINS-Server (Windows Internet Naming Services), damit man zentralen, in Subnetzen verteilte Windows-PCs bezüglich der Nutzung von Windows-Ressourcen überhaupt auffinden kann. Der WINS-Server arbeitet dynamisch und hält ein Liste aller Windows-PCs mit deren  Windows-Namen und Arbeitsgruppennamen.

Trotz dieses komplizierten Verfahren funktioniert das Aufsuchen von Windows-Ressourcen in der Praxis meistens problemlos, sofern keine Fehlkonfigurationen bei den lokalen PCs oder UNIX/SAMBA-Systemen vorliegen. Gibt es Probleme, kann man diese in der Regel mit Windows-"Boardmitteln"  selbst lokalisieren.

Die Autorisierung zum Zugriff auf Windows-Ressourcen

Es gibt zwei Techniken:

  • Die (alte) LAN-Manager-(LM)-Autorisierung. Diese Technik verwenden alle WIndows 3.11 für Workgroups, WIndows 95/98 und alte SAMBA-Systeme. 

 

Die "Benennung" von Windows-Ressourcen

Jedes unter Windows 95/98/NT freigegebene Objekt, egal ob Datei, Ordner, Drucker usw.) trägt einen sog. share-Namen. Sollen Windows 95/98 Clients auf solche shares zugreife, darf der share-Name maximal 8 Zeichen lang sein (

 

 

Die Nutzung von Windows-Ressourcen

Es gibt mehrere

 

 


Wolfram Oestreicher, 21.1.1997