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Windows Viren-Info |
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Samstag, 8.5.2004: Sasser-Autor verhaftet, Info: Heise, ARD-Tagesschau, Reuters, Spiegel
Am 13. April 2004 wurden von der Fa. Microsoft im Security Bulletin MS04-011 besonders kritische Sicherheitslücken in den NT-basierenden Windows-Betriebssystemen bekannt gegeben, die im Angriffsfall - in Analogie zum Blaster-Wurm vor etwa 9 Monaten - eine ferngesteuerte Ausführung von Code ermöglichen. Updates zur Behebung dieser Sicherheitslücken wurden über Links im Bulletin MS04-011 sowie über WindowsUpdate zeitgleich bereitgestellt. Über unseren hausinternen WindowsUpdate-Service wurden die Korrekturen ab 14. April 2004 verteilt.
Fast wie erwartet wurde eine der im Bulletin MS04-11 beschriebenen, besonders gefährlichen Sicherheitslücken (LSASS Vulnerability, CAN-2003-0533) in bösartiger Weise ausgenutzt: Seit dem 30. April/ 1. Mai 2004 ist der Sasser-Wurm in mehreren Varianten in Umlauf, welcher ungeschützte PCs mit dem Betriebssystem Windows 2000 und XP - in Analogie zum Blaster Wurm - ohne Zutun des Benutzers (d.h. ohne Öffnen eines Email-Attachements etc.) befällt und sich mit hoher Geschwindigkeit verbreitet. In PC-Betriebssysteme-Aktuell wurde vor Sasser seit Sonntag, den 2. Mai 2005 gewarnt.
Der Angriff erfolgt bei Sasser über die TCP/IP-Ports 139/445, es wird in einer der Windows-Systemdateien (LSASRV.DLL) ein Pufferüberlauf erzeugt und der bösartige Code, welcher den eigentlichen Wurm nachlädt, direkt im Speicher (auf dem Stack) ausgeführt. Gegen diese Art von Angriffen (vergleiche: Blaster-Wurm) sind alle gängigen Virenscanner machtlos sind, sie erkennen den Wurm erst, wenn es zu spät ist und er als Datei auf die Festplatte gespeichert wurde, d.h. bereit aktiv ist.
Hatte man gehofft, dass Benutzer von Windows-Systemen durch den Blaster-Wurm
vor etwa 9 Monaten sensibilisiert sind und rechtzeitig vorbeugen, ihre PCs
rechtzeitig vor derartigen Angriffen schützen, so zeigte die starke
Verbreitung von Sasser und die dadurch verursachten Störungen auch in unserem
Datennetz, dass dem leider nicht so ist: Die einschlägigen
Sicherheitsempfehlungen für Windows werden immer noch nicht ernst genommen,
sicherheitmäßig nicht aktuelle bzw. nicht ausreichend geschützt Windows-PCs an
das Datennetz der Universität angeschlossen etc.
Da unser hausinternes Netzwerk (Wissenschaftsnetz etc.) von und zum Internet hin Schutzfilter aufweist, welche die von Sasser verwendeten "Angriffs-Ports" sperren, kann - wie beim Blaster-Wurm - mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Sasser-"Einspeisung" intern, d.h. über einen verseuchten PC, der an das interne Datennetz angeschlossen wurde, erfolgte.
Dazu genügt ein einziger ungeschützter PC mit Windows 2000 oder XP, der
zwischenzeitlich an an einem anderen Netzwerk (nicht im Datennetz der
Universität Regensburg) betrieben wurde, vom Sasser-Wurm infiziert wurde und
anschließend an das Datennetz der Uni Regensburg per LAN- oder WLAN-Verbindung
angeschlossen wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies durch den
Anschluss eines privaten Rechner geschehen ist und die in den
Regeln zur Nutzung privater Rechner am Datennetz der Universität unter
Punkt 8 genannte Bedingung: Der Betreiber ist
verpflichtet, das Betriebssystem und die benutzten Programme auf seinem Rechner
stets auf dem aktuellen Sicherheitsstand zu halten, damit bekannte
Schwachstellen nicht von Angreifern ausgenutzt werden können und so der Rechner
nicht zu einer Gefahr für andere Rechner im Datennetz wird
missachtet wurde.
Ein Direkt-Angriff vom Typ Sasser etc. ist nur dann möglich, wenn entweder Sicherheitslücken des verwendeten Windows-Betriebssystems nicht korrigiert sind oder kein Firewall auf den Client-PCs verwendet wird, welcher die zum Angriff benötigten TCP/IP Ports sperrt. Um z.B. Sasser den Angriff zu ermöglichen, mussten/müssen beide Punkte erfüllt sein: Die genutzten Netzwerkverbindung war/ist über keinen Client-Firewall geschützt und das Sicherheitsupdates kb835732 war/ist nicht installiert.
In unseren Windows 2000/XP Standardinstallationen zum Betrieb von PCs innerhalb des Datennetzes der Uni Regensburg ist - wie bei privaten out-of-the-box Windows XP Installationen - standardmäßig bisher kein Client-Firewall für LAN/WLAN-Verbindungen installiert bzw. bei Windows XP aktiviert, weil eine Beeinträchtigung von Nutzdiensten nicht zu 100% ausgeschlossen werden kann. Der einzige Schutz dieser PCs besteht daher in der zuverlässigen Installation der aktuellen Windows-Updates, wofür wir seit über einem Jahr den hausinternen, automatischen Windows-Update-Service anbieten.
Nachdem die Einspeisung solcher Würmer/Vandalen im internen Datennetz der Universität Regensburg momentan technisch nicht verhindert werden kann (ohne die Nutz-Funktionalität des Netzwerks einzuschränken), bitten wir nochmals eindringlich, folgenden Vorbeuge-Maßnahmen unbedingt zu beachten.
Beachten Sie bitte auch folgenden "Sonderfall": Ein dienstlicher PC ist mit
WindowsUpdate versorgt, wird jedoch nicht regelmäßig eingeschaltet bzw. mit
Windows betrieben. Das Sasser-Wurm erschien diesmal etwa 16 Tage, nachdem die
Sicherheitslücke bekannt gegeben und ein Update bereitgestellt wurde. Wurde der
PC innerhalb dieser 16 Tage nicht eingeschaltet (auch z.B. infolge Urlaub etc.),
konnte Sasser den PC beim Einschalten nach dem 30. April 2004 infizieren, noch
bevor das erforderliche Update automatisiert über das Netzwerk installiert
werden konnte.
Ein Schutz ist in diesem Fall auf zwei Arten möglich: Aktivierung des in Windows
XP enthaltenen Firewalls (unter Inkaufnahme reduzierter Netzwerkfunktionalität,
unsere Standard-Netzdienste sind allerdings auch bei aktiviertem Firewall voll
funktionsfähig) oder offline-Installation kritischer Updates (ohne
Datennetzverbindung) nach längerem "Ausschalten" des PCs.
Download des Hotfix KB837532 (Schutz vor Sasser) für manuelle Installation
| Deutsch | US-Englisch | |
| Windows XP | WindowsXP-KB835732-x86-DEU.EXE | WindowsXP-KB835732-x86-ENU.EXE |
| Windows 2000 (ab SP2) | Windows2000-KB835732-x86-DEU.EXE | Windows2000-KB835732-x86-ENU.EXE |
Allgemeine Informationen zum Schutz von PCs (unter Windows 2000/XP) vor
Viren/Würmern/Vandalen etc. finden sie auf unserer Seite
Sicherheit unter Windows 2000/XP.
Detaillierte Informationen zum Sasser-Wurm finden sie bei Microsoft unter
What You Should Know About the Sasser Worm and Its Variants (dort
ist auch ein Tool zur "Entwurmung" verfügbar), unter
PSS Security Response Team Alert - Sasser Worm and Variants (mit Links
zu den Antivirenprogrammherstellern), in deutscher Sprache unter Informationen
zum Wurm Sasser und seinen Varianten, bei Heise unter
Wurm Sasser dringt über Windows-Sicherheitslücke ein.
Aktuelle Berichte bei Heise:
Informationen zum Schutz vor Sasser (3.5.2004),
Informationen aus dem BSI (3.5.2004),
Weitere Informationen zu Sasser-Würmern (4.5.2004),
Sasser: Phatbot als blinder Passagier (5.5.2004).
Unser Sophos-Virenscanner kann die bisherigen Sasser-Varianten wohl erkennen (keine Gewähr für kommende "Abarten"!), den Wurm jedoch nicht entfernen.
Sie können Sasser z.B. mit dem bei Microsoft angebotenen Tool (KB841720) entfernen, dieses Tool und weitere Informationen sind auch auf allen weitere MS-Seiten zum Thema Sasser (z.B. Informationen zum Wurm Sasser und seinen Varianten) verfügbar.
Die manuelle "Bereinigung" ist für erfahrene Anwender (Workgroupmanager, Betreuer etc.) selbstverständlich ebenfalls möglich, hier eine Kurzanleitung:
Wichtig: Hat sich der Wurm im Systemwiederherstellungsbereich eingenistet (z.B. Meldung von Sophos), müssen sie zusätzlich die Systemwiederherstellung temporär deaktivieren (und hinterher wieder aktivieren). Das Verfahren hierzu ist der der Windows XP online-Hilfe beschrieben.
Wichtiger Nachtrag (7.5.2004): Inzwischen
existieren Sasser-Nachahmungen und "blinde Passagiere", die weitaus gefährlicher
als das "Original" sind: Richteten die anfänglichen Sasser-Varianten noch keine
Schaden am Computer an (jedoch wurden Hintertüren für neue Würmer/Viren
geöffnet!), so scheint es inzwischen neue Varianten bzw. andere
Viren/Würmer (die durch von Sasser eröffnete Hintertüren eingeschleust werden)
zu geben, welche Systemdienste stilllegen (kein WindowsUpdate mehr möglich),
Virenscanner deaktivieren etc.
Ist Ihr Computer durch derartige Schädlinge in unklarer Weise verändert, ist
eine System-Neuinstallation der
sauberste und vor allem sicherste Weg, den Wurm/Virenbefall loszuwerden.
Wolfram Oestreicher, 6.5.2004, 7.5.2004