WinPE (Windows Preinstallation Environment)
Ein bootfähiges "Mini"-Windows XP zur
Systeminstallation und Systempflege
Vorwort
Die früher eingesetzten Bootdisketten mit MS-DOS System sind
für die heute üblichen NT-basierenden Systeme Windows 2000/XP/2003 mit
NTFS-Dateisystem nicht geeignet, das sie dieses Dateisystem nicht unterstützen.
"Nachfolge" dieser MS-DOS Bootdisketten ist WinPE, ein auf dem NT-Kern basierendes,
bootfähiges und anpassbares "Mini-NT"-Betriebssystem zur Systeminstallation
und Systempflege (Reparaturen, Datensicherung, Virenscan etc.)
WinPE verfügt über das Win32-Subsystem, Plug&Play,
FAT12/16/32, NTFS- und CDFS-Unterstützung, USB-Unterstützung,
Netzwerkunterstützung usw. Wegen des größeren Leistungsumfangs passt es nicht
mehr auf eine oder wenige Disketten, sondern wird üblicherweise auf CDROM
"gebrannt" und der PC von dieser WinPE-CDROM gestartet. WinPE kann aber
auch von anderen Datenträgern gestartet werden, z.B. über PxE-Netzwerk-Boot oder
von USB-FlashDisks.
Der Start über PxE ("Remote-Boot", Taste F12 beim PC-Start) wird in unserer
Netzwerkumgebung momentan nur im RZ-"Werkstattnetz" standardmäßig
unterstützt. Die WinPE-PxE-Unterstützung für andere im Uni-Datennetz
registrierte PCs ist auf Wunsch (Eintrag im DHCP-Server) möglich.
Der Start von WinPE über USB-FlashDisks ist aus Performancegründen nur bei
neuerer Hardware, welche USB2-Boot unterstützt, sinnvoll.
Aktuelle Version von WinPE ist die Version "WinPE 2004", die auf dem Kern und
Zubehör von Windows XP SP2 basiert. Im Vergleich zu früheren WinPE-Versionen ist
in WinPE 2004 der Start von beliebigen Datenträgern (CD, USB, PxE)
möglich, ferner werden USB-Geräte unterstützt und es wird ein fester
Systemlaufwerkbuchstabe verwendet.
Start von WinPE über PXE-Boot (nur im RZ-Bereich unterstützt)
- Nur für PCs mit mindestens 160MB RAM geeignet
- Aktivieren Sie im PC-BIOS die Netzwerkoption "Ethernet with PXE"
- Drücken Sie beim Start die Taste F12 und wählen Sie "Boot from Network"
WinPE wird über TFTP-Download in eine Ramdisk geladen und gestartet (Dauer ca.
1 Min.)
Erzeugung einer WinPE Boot-CDROM
- Eine aktuelle WinPE ISO-Datei zum Brennen auf CD ist auf unseren
SATURN-Softwareservern unter F:\SYSTEMSW\Bootdisk\WINPE2004\WINPE.ISO
bereitgestellt.
Aufgrund der Lizenzvorschriften ist sie nur für Workgroupmamager/
PC-Betreuer, Bediensteten, welche in die WindowsXP-Lizenzgruppe eingetragen sind und anderem Service-Personal zugänglich.
Die ältere "Multiboot-CD" unter F:\SYSTEMSW\Bootdisk\MULTIBOOT\BOOTCD.ISO
kann ebenso verwendet werden, bietet aber keine USB-Untersützung.
- Das ISO-Image kann mit den üblichen Brennprogrammen, z.B. Nero (Version 6:
Menü Rekorder- > Image brennen) oder auch - besonders einfach - mit dem in Windows XP enthaltenes Brennprogramm
unter Verwendung des kostenfreien Zusatz-Tools
ISO-Recorder von Alex Feinman erzeugt werden.
Bitte beachten Sie, dass für Windows XP SP2 und Windows 2003 eine neue
Version
von ISO-Recorder erforderlich ist:
Download ISORecorderV2RC1.msi
Start von WinPE von CDROM
- Für PCs mit mindestens 64MB RAM geeignet
- Drücken Sie beim Start die Taste F12 und wählen Sie "Boot from CDROM"
Bei älteren HP-PCs ist die Boot-Auswahltaste F8, nicht F12. Ältere Dell-PCs
erfordern z. Teil die Tastenkombination Strg+Alt F8 für das Bootmenü, beachten
sie bitte die Info am Monitor! Bei älteren PCs kann es erforderlich sein, den
Start von CDROM im BIOS zu aktivieren.
- Sowohl die Multiboot-CD als auch die aktuelle WinPE 2004 CD besitzen einen
"Boot-Blocker": Bei der Multiboot-CD erscheint für 15s ein Menü, in dem Sie
WinPE auswählen müssen. Bei der WinPE 2004 CD erscheint für 5s eine simple
Textzeile "Drücken Sie eine Taste, um von CD zu starten). Drücken Sie während
dieser 5s irgendeine Taste, um WinPE zu laden.
WinPE (angepasste Version RZ Uni Regensburg) geladen...

- In unserer aktuellen WinPE 2004 Version ist bewusst auf "Schnickschnack"
und überflüssige Tools verzichtet, um die ISO-Image-Größe (wichtig für
PXE-Boot) gering zu halten.
- Der Systemvolume Laufwerksbuchstabe ist (neu) fest X:, früher (Mulitboot-CD)
war es der laufende Buchstabe des CDROM-Laufwerk, aus dem WinPE gestartet
wurde. Eine RamDisk der Größe 16MB für Temp-Daten ist unter Laufwerk R:
verfügbar.
- Sofern sie USB-FlashDisks, externe
USB-Festplatten, USB-Brenner etc. verwenden wollen, müssen dies vor der
Geräteerkennung (vor Start von WinPE) eingesteckt sein.
- Je nach Anzahl vorhandener Festplattenpartitionen, USB-Disks und CD/DVD Laufwerken
kann es zu Konflikten zwischen dem in unserer Umgebung festen Laufwerk
F: für Novell NetWare Ressourcen und den lokalen Datenträgern kommen. Verwenden
Sie bitte das Programm DISKPART (Kommandozeile), um die Zuordnung
Datenträger - Laufwerksbuchstabe nach Wunsch zu ändern.
- Falls die Netzwerkkarte/-chip Ihres PCs unter WinPE nicht erkannt wird,
erscheint während des Ladens von WinPE eine Fehlermeldung. Bitte setzen sie
sich in diesem Fall mit dem RZ in Verbindung, der Einbau eines
zusätzlichen Netzwerktreibers ist jederzeit kurzfristig möglich.
Vorhandene Programme/ Werkzeuge
- WICHTIG: Für netzwerkbasierende
Anwendungen ist in unserem Datennetz eine gültige
IP-Adresse (132.199.*.*, Bezug über DHCP) erforderlich. Der
betreffende PC muss dazu in unserem DHCP-Server registriert sein und darf
nicht wegen Viren etc. gesperrt. sein. Im Zweifelsfall klicken Sie bitte auf
das Symbol "IpConfig" und verifizieren Sie die erhaltenen IP-Adresse
(Soll: 132.199.*.*)
- Windows-Installation: Durch Klick auf dieses Symbol wird unser
Windows-Installationsskript für eine unbeaufsichtigte, vollautomatisierte
Installation von Windows 98SE, Windows 2000, Windows XP oder Windows 2003
Server gestartet. Es ist keine separate NDS-Anmeldung, Vorbereitungen der
Festplatte etc. erforderlich.
Details dazu finden Sie im Dokument
"Windows 98/2000/XP/2003-Systeminstallation "auf Knopfdruck"".
- NetWare-Login: Durch Klick auf dieses Symbol wird der Befehl
LOGINW32.EXE (NetWare NDS Anmeldung) ausgeführt. Voreingestellter Tree
ist "uni-regensburg, voreingestellter Kontext ist "uni-regensburg.de". Nach
erfolgreicher Anmeldung haben Sie Zugriff auf die
NDS-Filesystem-Ressourcen (z.B. Laufwerk F: und G:). Das NDS-Drucksystem
wird von unserer WinPE-Version nicht unterstützt.
Achtung: Je nach Anzahl der lokalen
Massenspeicher kann es zu Konflikten mit den Netzlaufwerken F: und G:
kommen. Im Bedarfsfall können Sie mit den Kommando DISKPART für lokale
Ressourcen vergebene Laufwerksbuchstaben entfernen.
- Virenscan: Durch Klick auf dieses Symbol wird die Batchdatei
RSWEEP.CMD gestartet. Diese lädt über das http-Protokoll eine aktuelle
Version des Sophos-Virenscanners in eine RamDisk (Laufwerksbuchstabe R:) und
startet den Sophos-Virenscanner (Untersuchung der lokalen Festplatte,
Laufwerk C:).
Mit diesem "autonomen" Virenscan ist eine zuverlässige Prüfung der lokalen
Festplatte (FAT und NTFS Dateissysteme) auf Viren hin möglich - unabhängig
vom Zustand des auf der Festplatte installierten Windows-Betriebssystems.
Weitere Informationen zu Virenscan unter WinPE finden Sie unter
"Virenscan mit WinPE"
- DISKPART: Durch Klick auf dieses Symbol wird das
Festplattenpartitionierungs-Tool DISKPART.EXE (Kommandozeilentool)
geöffnet.
DISKPART erfüllt unter NT-basierenden Windows-Versionen denselben Zweck wie
FDISK.EXE unter MSDOS. Hilfe erhalten Sie durch Eingabe von HELP innerhalb
von DISKPART. Eine detailliierte Beschreibung zu Diskpart finden Sie unter
A Description of the Diskpart Command-Line Utility
- EXPLORER, WINFILE: Windows-Explorer-Ersatz (A43.EXE)
sowie der alte Dateimanager (WINFILE.EXE)
Beachten Sie bitte, dass zum Kopieren großer Datenmengen (Sicherung lokaler
Festplatteninhalte) das Kommando XCOPY mit entsprechenden Parametern
zweckmäßiger ist.
- REGEDIT: Registierungs-Editor REGEDIT.EXE. Um "fremde"
Registrierungs-Hives (z.B. die der lokalen Festplatte) zu bearbeiten, müssen
Sie zuerst gewünschten den Hive (z.B. aus C:\WINDOWS\SYSTEM32\CONFIG) in einen Hauptschlüssel (HKLM oder HKU)
laden und nach Bearbeitung wieder entladen.
- SCREEN 1024x768: WinPE startet normalerweise in der
Bildschirmauflösung 800x600, wenn der vorhandene Grafikchip diesen Modus
unterstützt, andernfalls im VGA-Modus (640x480). Durch Klick auf "Screen
1024x768" können Sie die Bildschirmauflösung auf 1024x768 Punkte erhöhen.
- NOTEPAD: Texteditor Notepad.exe
- TASKMANAGER: Taskmanager TASKMGR.EXE, auch zum Start neuer
Prozesse.
Tipp: Datei -> Neuer Task: CMD.EXE öffnet ein weiteres
Kommandozeilefenster
Weitere (technische) Werkzeuge, nur über Kommandozeile
- ATTRIB.EXE: Änderung von Dateiattributen
- CACLS.EXE: Kommandozeilen-ACL-Editor, Änderung von
NTFS-Dateiberechtigungen
- CHKDSK.EXE: Integritätsprüfung des Dateisystems
Beispiel: CHKDSK C: /F
prüft lokale Festplatte und repariert Fehler im Dateisystem (z.B.
NTFS-Indexfehler, PC startet nicht mehr...)
- DSKPROBE.EXE: Win32 Low-Level Disk Hex-Editor (Vorsicht!)
- NET.EXE: Microsoft-Netzwerkanmeldung, Netzlaufwerke mappen etc.
Beispiel: NET USE L: \\remotecomputer\share /user:remoteusername
Laufwerk L: mit share auf remotecomputer unter dem Benutzernamen
remoteusername verbinden (Passwort wird abgefragt)
- XCOPY:EXE: Dateien kopieren
Beispiel: XCOPY "C:\Dokumente und Einstellungen\Administrator\Eigene
Dateien\*.*" G:\Save /s /c
Dateien aus dem angebenden Verzeichnis rekursiv nach G:\Save kopieren, bei
Fehlern nicht anhalten.
- FORMAT.COM: Datenträger formatieren
Beispiel: FORMAT D: /FS:NTFS /Q
Volume (Laufwerk) D: mit Dateisystem NTFS schnell-formatieren.
- JRBMAP.EXE: Win32-Ersatz für MAP.EXE, Novell-Netzlaufwerk mappen
(vorheriges Login erforderlich)
Beispiel: JRBMAP F: TITAN-SOFT1/SOFT1:
WinPE beenden
- Geben Sie den Befehl
EXIT ein oder
- Klicken Sie auf das Kreuz (Schließen) des CMD-Fensters oder
- Schalten Sie den PC "gewaltsam" aus ( 5sec auf die Reset-Taste drücken)
Laufwerksbuchstaben mit Diskpart ändern
- Falls Sie auf NetWare Ressourcen (Laufwerke F: G: etc.) zugreifen wollen
und Konflikte mit lokalen Datenträgern bestehen können Sie die
Laufwerksbuchstaben für lokale Datenträger mit dem Befehl DISKPART
jederzeit ändern.
Das Systeminstallations-Tool ("Windows-Systeminstallation") entfernt
automatisch etwaige Mappings zu Laufwerk F:
- Geben Sie nach Start von DISKPART dazu folgende Befehle (Beispiele) ein:
- list volume
- zeigt Volumes (Nummern) und Laufwerksbuchstaben an.
- select volume n - selektieren Sie das gew.
Volume, dessen Bst. geändert werden soll
- remove - entfernt den Laufwerksbuchstaben für das selektierte Volume.
- assign letter l - weist den Bst.
l dem selektierten Volume zu.
- exit - beendet DISKPART
WinPE Technische Daten, Konfiguration
- Größe unserer WinPE-2004-Version auf CD: ca. 85MB
- Kernel: Windows NT 5.1 SP2
- Belegter Hauptspeicher zur Laufzeit (mit vollständiger
Netzwerkkonfiguration): ca. 40MB
- Bereitgestellte Subsysteme: Win32 (kein Win16, kein NTVDM)
- Erweiterungen: VBScript-Unterstützung
- Netzwerkkonfiguration: TCP/IP (DHCP), MS-Client, Novell-Client 4.90 (nur
Filesystem-Redirector)
- Shell: CMD.EXE und PROGMAN.EXE (Programm-Manager), Autostart:
STARTNET.CMD
- Laufzeit: maximal 24h (keine Produktaktivierung!)
- Befehlszeilenoptionen von NETCFG.EXE (Netzwerkkonfiguration per
Kommanozeile):
netcfg [-v] [-winpe] [-l Pfad_zu_Komponenten_INF] [-c {c | p | s}] [-i
Komponentenkennung]
| -v |
verbose |
| -winpe |
installiert TCP/IP und NetBIOS Protokoll |
| -l datei |
Pfad zu Komponenten-INF: Vollständiger Pfad zu einer
Netzwerk-INF-Datei |
| -c c|p|s |
Klasse der zu installierenden Komponente (c=Client,
p=Protokoll, s=Service) |
| -i string |
Komponentenkennung der anhand der INF-Datei zu
installierenden Netzwerkkomponente |
- Befehlszeilenoptionen von FACTORY.EXE:
factory {-minint | -winpe}
| -minint |
Plug&Play-Erkennung der/des
Netzwerkadapter(s) |
| -winpe |
liest Anweisungen aus der
Konfigurationsdatei WINBOM.INI (Bill Of Material) und führt sie
aus,
z.B. Festplattenpartitionierung/Formatierung im Anschnitt [DiskConfig]
oder
Netzwerkkonfiguration im Abschnitt [WinPE.Net] IPConfig= (IP-Adresse),
GateWay=, SubnetMask=
Alternative zu den (flexibleren) Kommandos NETCFG, DISKPART
etc. |
Weitere interne Information
Wolfram Oestreicher, 24.2.2005