|
PC-Betriebssysteme |
![]() |
Wie seit längerem angekündigt, beendet die Firma Microsoft am 30. Juni 2006 den Produktsupport für das Betriebssystem Windows 98SE - zu diesem Termin ist das Ende des "Produktlebenszyklus" erreicht. Nach dem 12. Juli 2006 ("Patch-Day") gibt es weder funktionelle noch Sicherheitsupdates für Windows 98SE, d.h. diese Windows-Version kann auch vom Rechenzentrum der Uni Regensburg nicht mehr gepflegt und unterstützt werden. Gleiches gilt für Windows Me und andere Win9X-Versionen.
Windows 98SE wird für Neuinstallationen bereits seit längerem nicht mehr empfohlen, auch gibt es für neue PCs keine geeigneten Treiber und Support des Hardwareherstellers mehr, weshalb wird z.B. für unsere Standard-PCs DELL Optiplex GX620 kein Win98SE mehr angeboten haben, auch nicht in den CIP-Pools der Uni Regensburg.
Viele neuere Anwendungsprogramme setzen ebenfalls eine Windows Version der NT-Plattform (Windows 2000 und höher) voraus und funktionieren nicht mehr unter Win9X. Auch das Rechenzentrum wird bei Änderungen an Hilfsprogrammen für den Betrieb in unserem Datennetz (z. B. RZ Setup) nur mehr Windows 2000 und höher unterstützen.
Die Installationsquelle für Win98SE auf unseren Softwareservern bleibt im „zuzletzt
gepatchten“ Zustand (mit Updates bis 12. Juli 2006) erhalten, wie dies bereits
bei älteren Windows Versionen der Fall war/ist und kann in Ausnahmefällen weiterhin für Reparatur-
bzw. Neuinstallationen auf älteren PCs unter Berücksichtigung der
Sicherheitsproblematik verwendet werden. Es kann jedoch keine Garantie
für die Funktion zukünftiger Anwendungs-, Sicherheits- und Netzwerksoftware
gegeben werden. Insbesondere hat die Fa. Novell den Support für Win9X
eingestellt. Für zukünftige Novell-NetWare-Dienste (z.B. IP-Druckdienste) wird es
keine Win9X-Untersützung mehr geben.
Gemäß der Richtlinien zum Betrieb von Arbeitsstationen im Datennetz der Universität Regensburg ist der Betreiber verpflichtet, das Betriebssystem und die benutzten Programme auf seinem Rechner stets auf dem aktuellen Sicherheitsstand zu halten, damit bekannte Schwachstellen nicht von Angreifern ausgenutzt werden können und so der Rechner nicht zu einer Gefahr für andere Rechner im Datennetz wird.
Da - wie eingangs erwähnt - nach dem 30. Juni 2006 vom Hersteller Microsoft keine Sicherheitsupdates für Win98SE mehr bereitgestellt werden, kann dieser Punkt nach diesem Termin nicht mehr zuverlässig erfüllt werden. Der Betrieb bestehender, an das Datennetz der Uni Regensburg angeschlossener Arbeitsstationen (älterer PCs) unter Win98SE ist daher nur mehr mit Einschränkungen zulässig:
Als Nachfolge für Windows 98SE empfehlen wir Windows XP, sofern die Hardware
Ihres PCs dazu geeignet ist (siehe folgender Abschnitt).
PC-Typ Datum CPU, Chipsatz Default RAM, HD Eignung Win2000/XP VL-400 Juni 2000 Cel-633, ACPI (i815) 128MB SD, 8GB Ja (>=256MB RAM) e-Vectra Juli 2000 Cel-533, ACPI (i810) 128MB SD, 8GB Bedingt (>=256MB) VL-600 Feb 2000 P3-533, ACPI (i820) 128MB RD, 8GB Ja (>=256MB RAM) VLi8 März 1999 Cel-400, ACPI (440ZX) 64MB SD, 8GB Ja (>=256MB RAM) VL8 Aug 1998 P2-333,Legacy(440BX) 64MB SD, 4GB Bedingt (>=256MB) VL7 1998 P2-233,Legacy(440LX) 64MB SD, 3.2GB Nein VL5 1997 P1-166,Legacy(430HX) 32MB EDO, 1.6GB Nein XM4 1996 P1-133,Legacy(430HX) 32MB EDO, 1.2GB Nein
Leider nein, denn die Beschränkungen resultieren nicht nur aus dem
Ressourcenverbrauch des Betriebssystems, sondern vielmehr auch von zusätzliche
installierten Diensten (NetWare-Client, Virenscanner etc.) und neuerer
Anwendungssoftware.
So benötigt z.B. der Sophos-Virenscanner Version 5 bzw. 6 für NT-Plattform in sparsamst
installierter Version etwa 55Mb RAM. Der
Betrieb des Virenscanners mit langsamen CPUs und Festplatten älterer PCs drückt
die Performance derart herunter, dass ein effizienter Betrieb nicht mehr möglich
ist.
Dazu kommt der Speicherverbrauch für den Novell-Client einschließlich NAL,
insgesamt ist für Windows 2000 und Windows XP in unserer Umgebung eine
Mindestspeichergröße von 256MB erforderlich.
Microsoft spezifiziert Windows Fundamentals (Codename: Eiger) bewusst als „thin-client“-OS und gibt an: Windows Fundamentals for Legacy PCs is not a general-purpose operating system. It is designed to work with the Microsoft Remote Desktop Connection client or third-party clients such as the Citrix ICA client. In addition, it allows for a limited number of workloads to be executed locally, including security software, management software, terminal emulation software, document viewers, and the .NET Framework. Nach den Lizenzbedingungen ist es nicht gestattet, unter WinFLP produktive Anwendungen, insbesondere MS-Office, lokal auszuführen!
Hinsichtlich der Performance auf älteren PCs ergibt sich kein wesentlicher
Unterschied zwischen WinFLP und einer angepassten Windows XP-Version mit
reduziertem Funktionsumfang.
Wolfram Oestreicher, 8.5.2006, letzte Änderung: 28.11.2006